Freitag, 29. März 2013

Spi Ouest - Graue Atlantiksuppe

Manchmal ist es schwierig zu sagen, was wir überhaupt wollen. Heute war so ein Tag, da wusste man nicht recht, wie zufrieden man nun sein sollte.

Der Yachthafen begrüßte uns heute mit wolkenverhangenem Himmel, 2° Celsius Lufttemperatur und Nieselregen, der später in Hagel übergehen sollte. Dazu gut 20 Knoten Wind, der das Ganze nicht unbedingt wärmer wirken ließ. Männerarbeit. Auf der anderen Seite brachte uns dieses unschöne Szenario den Druck, den unser Downwindsportgerät braucht, um so richtig auf Touren zu kommen. Und eben auch Bedingungen, die wir in den letzten Wochen ausgiebig in Barcelona trainiert haben.


Leicht fröstelnd suchten wir uns an der langen, aber sehr gut besuchten Startlinie unseren Spot, um möglichst von Anfang an mit freiem Wind unsere eigene Taktik verfolgen zu können. Leichte Winddreher zwangen uns aber einige Male, uns nach den Gegnern zu richten.

Trotz allem kamen wir in relativ guter Position an das Luvfass, wo wir uns schnell in gute Leeposition bringen und mit unserer grünen Schwinge im Gennaker richtig losfeuern konnten. Tief und schnell ging es in langen Surfs zum Lee-Gate, wo das ganze Spiel dann ein zweites Mal begann. Seite aussuchen, Dreher auf dem Wasser erkennen, Hände irgendwie warm halten. Im Ergebnis waren wir nach zwei langen Runden über die Bahn als achtes Boot auf der Ziellinie. Ein Ergebnis, mit dem wir zur Eröffnung und bei diesen Bedingungen ziemlich zufrieden sind.


Ähnlich erging es uns in der zweiten Wettfahrt. Bei gleichen Bedingungen und einem etwas gewagten Start konnten wir das Rennen als Siebte beenden und stehen damit auf Platz elf von 105 Booten.

Mittlerweile sind wir wieder trocken und warm, der halbe Schneidezahn, der unterwegs auf der Strecke blieb, ist von einem sehr alten und sehr freundlichen französischen Zahnarzt nachmodelliert und die gesamte Crew kann wieder fröhlich lachen.


Wir wünschen uns etwas Sonne. Und ein paar Grade. Hier gibt es nicht sehr viel davon. Aber wie sagt man so schön? Alles was einen nicht tötet...

Morgen wird es draußen wohl sehr vergleichbar aussehen. Wir sind gespannt.

Eure campaigner